Liverpool Stories 04

Ich habe es angekündigt: „Schnauze da draußen, ihr verwichsten Stundenten oder ich brech Euch die Beine!“
Ebenfalls erwähnt habe ich die örtliche Nähe meines Studentenzimmers zu Küche und Aufenthaltsraum. Um das ganze etwas zu verdeutlichen, habe ich einen kleinen, nicht maßstabsgetreuen Grundriss aufgezeichnet:
harmdanhouse

Links unten also mein Zimmer. Dass man in so einem Studentenwohnheim mit Lärm rechnen muss, ist klar. Dass nachts um 4.00 Uhr Leute anfangen Fisch zu braten ist auch nachvollziehbar. Aber: die Tür zur Küche ist eine doppelflüglige Schwingtür, wie in einem Saloon im Wilden Westen. Diese Schwingtür schwingt aber nur bedingt. Genauer gesagt: jedes Mal wenn sie zufällt, knallen die beiden Hälften aufeinander.

Das kann ganz schön nervenaufreibend sein, wenn das pro Nacht ca. 40 Mal passiert. Denn dummerweise gebrauchten meine lieben Mitbewohner den Gang rund um den Aufenthaltsraum und durch die Küchen als Spielwiese, um sich gegenseitig zu jagen und solche Späße.

Da kann man so oft rausgehen wie man will, wenn man nicht genug aggressives Potential hat um wirklich mal einem von diesen Chaoten die Fresse zu polieren, muss man zu anderen Mitteln greifen: ein Fahrradschloss.

Damit kann man bequem beide Flügel der Tür zusammenketten. Dann muss man nur noch ca. 20 Minuten an der Tür geklopfe mit dem gejammere: „Ey mate, this is a fire door, it needs to be open.“ ertragen, auf das man lapidar antwortet: “Use the other entrance, you schmuck!“ Von innen einen Schuh gegen die Türe pfeffern ist fast so gut wie die Türe aufreißen, dem Idioten eine reinzuhauen und die Tür wieder zuzumachen. Und man muss nicht aufstehen.

Dazu kommt, dass die Feuermelder in Laden so verdammt empfindlich waren. Das Ergebnis: Feueralarm 3 drei mal pro Nacht wegen mitternächtlichen Kochversuchen von einem Haufen unfähiger Studenten, die das erste mal von Mami weg sind und einfach nicht mit so einem komplizierten Gerät wie einem Herd oder Toaster umgehen können.

Was es mit den anderen Zimmern so auf sich hat, woher der „Greasy Greek“ seinen Namen hat und warum es einem das Leben retten kann, wenn man in Klamotten schläft erzähle ich nächstes mal.

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Tombo tippt wieder.

Wem das nicht passt, der kauft es halt eine Nummer größer.

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