Liverpool

Donnerstag, 2. Februar 2006

Liverpool Revisited

Am Wochenende war ich in Liverpool, genauer gesagt von Sonntag bis Dienstag. Ich begab mich dorthin, um der "10 Jahresfeier" meiner Uni beizuwohnen.

Ich fuhr also mit dem Zug nach Köln auf den Flughafen, um günstig mit dem orangenen Flieger nach Liverpool John Lennon Airport zu düsen. Am Flughafen in Köln traf ich Dirk (Beleuchter bei Thing-Fish) und wir begannen das Abenteuer mit drei Kölsch.

In Liverpool angekommen ging es mit dem Bus in die Innenstadt. Diese ist zu ca. 25% abgerissen, zu 10% renoviert und der Rest verfällt weiter vor sich hin. Wir erhielten den Schlüssel zu einem momentan leer stehenden Appartement eines ehemaligen Mitstudenten.

Nachdem wir unsere Taschen dort abgeladen hatten liefen wir in die Fußgängerzone und dort prompt Michael Schrant (Schlagzeuger bei Thing-Fish in Liverpool 2001) in die Arme. Dieser informierte uns über den Ort und die Zeit der Pre-Party.

Wir pfiffen uns ein recht geschmackloses Mittagessen in einem Pub rein, tranken mehr Bier und gingen dann zur Location der Party. Dort tranken wir ebenfalls Bier und dann noch mal Bier, als die Mädels von der Playststion Promotion Force auftauchten und die Zeche zahlten.

Am nächsten Tag machte ich für mein Projekt „Houdini Nation“ ein Interview mit Andy Sawyer, Leiter des Archivs der Science-Fiction Foundation und Dozent für den MA Science-Fiction Studies.

Danach besuchte ich also die 10 Jahres Gala, schaute mir singende und tanzende LIPA-Studenten an. Paul McCartney war auch da.

Danach weiter Bier trinken in der Lipa Bar. Ich übernachtete im Embassie Hostel, das sich an der Grenze der Legalität bewegen dürfte, mit seinen improvisierten, Stockbetten-bestückten Schlafsälen.

Abschließend möchte ich mitteilen, dass mir trotz der durchschnittlich 0,5 Promille eines aufgefallen ist: Liverpool ist das gleiche Dreckloch wie früher. LIPA war „as usual“. Bald geht’s wieder hin. Filmaufnahmen mit Wolf. Wir werden sehen, was passiert.

Montag, 12. September 2005

Liverpool Stories some more.

Alright.

Was ist noch wichtig? Da meine Informationen ja schon etwas veraltet sind, bitte die folgenden Hinweise mit Vorsicht genießen:

Platten kaufen: Hairy Records on Bold Street
Gemüse kaufen: Christian Food Market on Bold Street
Baumarkt: Rapid
Essen: Hardman Pizza
Clubbing: The Magnet, Jakaranda, Lomax, Heeby Jeebies, The Cavern
Café: The Egg, The Hub
Used Books: In zahlreichen Gassen und abseits aller Touristenströme finden sich geniale Läden, in denen man Literatur zu spottpreisen beziehen kann.
Bier: 24h delivery service available
Reifen reparieren lassen: gegenüber Rapid
Spezieller Tipp: Fahrt mit dem Zug an den Strand, egal ob nach Norden oder Süden.
Kirchen: genügend und groß genug.
The Beatles: all over the place. Lennon lebte in Gambier Terrace 10. Sieht noch genauso aus wie damals.
Vorsicht vor: Kebap-Buden.
Rotlicht: vor Gambier Terrace, if you like old and rotten stuff.

Soviel aus dem Gedächtnis und 4 Jahre alt.

Dienstag, 9. August 2005

Liverpool "ON FIRE"

Ah.... endlich.

Lang ists her, der letzte Bericht aus meiner Liverpooler Vergangenheit. Jetzt fühle ich mich stark genug, für dieses Kapitel ...

In Hardman House gab es jede Nacht mindestens 3 mal Feueralarm. Rauchmelder in jedem Raum. Stundenten die Kiffen und obendrein zu doof sind zum Toast-Zubereiten.

Im Januar wars, ich kam gerade vom Weihnachtsfest und Neujahrsblödsinn aus deutschland in mein kleines Studentenzimmer zurück.

Abends noch ein, zwei Pints eingeworfen, mit Mitstudenten gequatscht und so gegen 2.00 ins Bett gewankt. Ich habe die Zentralheizung erwähnt, aber noch mal zum auffrischen Eurer Gedächtnisse: Heizung funktioniert nicht, Außenwand besteht aus 5mm Sperrholz, das Fenster ist löchrig. Man schläft also am besten mit Trainingshose, Pulli, handschuhen, Schal und Mütze. Und 3 Decken.

Wie erwartet: Nachts. Feueralarm. Es ist so gegen 6.00 Uhr morgens. Ich setze mich auf, wie immer. mache das Licht an. Wie immer. Schnüffele, wie immer. Horche, wie immer. der Feueralarm geht wieder aus. Also weiterschlafen. Wie immer.

15 Minuten später. Feueralarm. Der zweite Toast? Der zweite Joint? Ich setze mich also auf, wie immer. Mache das Licht an, wie immer. Und sehe nichts mehr. Nur grau. Schnüffeln brauche ich nicht, denn das Zimmer ist voller Qualm. Man sieht ihn aus Ritzen im Fußboden quellen, wo man immer dachte, dass man auf festem Boden steht ...

Mir drängt sich ein Gedanke auf, der mir heute noch Kopfzerbrechen bereitet. Er besteht aus einem Wort: Endlich!

Endlich brennt diese gottverdammte Bude mal! Also aufgestanden, den Ordner mit allen wichtigen Unterlagen in den bereitstehenden Rucksack (germans are wankers) und durch den Notausgang nach draußen.

Jo, da war dann auch schon die Feuerwehr. Erstmal Kaffeetrinken gehen. Zwei Stunden später zurück. Das Haus steht noch. Der Feuerwehrmann sagt: Da hattet ihr Glück. Jemand hat 10 volle Bezinkanister in den Nachtclub im Erdgeschoss geschleppt, einen davon ausgeleert und die Schose angezündet. Die anderen neun gingen aber nicht hoch. Standen zu weit weg, war knapp.

Laut Lageplan, den er mir zeigt, stehen die Bezinkanister unter meinem Zimmer...

Ich hab dann meine Sachen geholt, leicht rußig, sonst unbeschädigt und bin ausgezogen. Too dangerous ....

There you go. Hardman House abgeschlossen, und das war erst das erste Semester.... bald mehr!

Donnerstag, 14. April 2005

Liverpool Stories 07

Ok. Gut. Endspurt für das Hardmann House. Unbedingt erzählen muss ich von Hug, ein total netter Spanier, mit dem ich dann auch später noch zusammengewohnt habe. Er hatte das Zimmer neben „Horny Little Devil“. Wie das Mädel hieß, haben wir nie rausgekriegt, aber auf ihrer Zimmertür war ein Schild mit der Aufschrift, die ihr den Spitznamen verpasst hat.

Selten eine solch passende Beschreibung gesehen. Jede Woche, also mindestens, hat Sie einen oder eine neue Sexgespielin angeschleppt. Einmal hat ein verschmähter oder abgemeldeter Stecher die ganze Nacht vor ihrer Tür gepennt. Aber sie kam nicht. Zumindest nicht nach Hause.

Das Problem in Stundentenwohnheimen ist ja oft die Hellhörigkeit. Habe ich erwähnt, dass unter dem Wohnheim eine Disko war? Na, jetzt wisst Ihrs ja. Auf jeden Fall war ab 22.00 Uhr ein heftiges dum-dum-dum aus dem Erdgeschoss nicht zu überhören. Ebenfalls nicht zu überhören war das Fick-Gestöhne von „Horny Little Devil“, man konnte fast meinen, im Nebenzimmer spielt Monika Seles das Match Ihres Lebens.

So. Ich konnte also Ihre Lustschreie hören, und ich wohnte ja den ganzen Gang runter. Also weit weg. Der arme Hug, seines Zeichens Schlagzeuger hatte sein Zimmer direkt nebenan. Er kam irgendwann mal zu mir und sagte: „Let’s go out. She’s fucking again.“ Das Problem war wohl, dass die Schnickse es nie geschafft hat, im Takt zu ficken. Das muss für einen Schlagzeuger grauenvoll sein!!!

Naja. Eines Abends, „Horny little Seles“ hatte mal wieder Aufschlag, haben wir in seinem Zimmer die Jon Spencer Blues Explosion CD „Orange“ eingelegt, die ersten Sekunden des Songs „Fullgrown“ auf Dauer-Repeat gestellt. Dort schreit Jon Spencer: „Baby, Baby you sure like to fuck!“

Wir haben auf volle Lautstärke gestellt und sind ein paar Stunden durch die Kneipen gezogen ... es hat nicht geholfen. Aber Spaß hat’s gemacht.

Es folgt noch eine Ausgabe Hardman House, die dann endlich mit dem Kapitel „Fire“ abschließen wird.

Mittwoch, 6. April 2005

Liverpool Stories 6

Hier sind wir wieder. Back in Liverpool.

Ich bin Euch noch ein paar Mitbewohner aus dem guten alten Hardman House schuldig. Fangen wir mit diesem Typen an, der irgendwie so aussah als wäre er nicht beim Studium, sondern beim Bund.

Eigentlich hätte das ein netter Kerl sein können, nur muss irgendwas in seiner Kindheit schief gelaufen sein. Er lief immer total hektisch und angespannt durch die Gegend uns aß jeden Tag das gleiche. Toast mit Käse. Lasst mich das präzisieren: schimmligen Toast, mit schimmligem Käse. Und damit meine ich nicht Romadour oder ähnliche Edelschimmelsorten. So etwas gibt es in Liverpool nicht. Bah! Er hat einfach immer den Schimmel ein bisschen abgekratzt und dann die schimmlige Seite vom Käse auf die schimmlige Seite vom Brot gelegt und das ganze dann bis zur beinahe Verkohlung unter den Grill gelegt.
Breakfast, anyone

Die anderen Studenten dort haben ihn aber auch ziemlich ausgenommen. Wenn er sich mal was anderes zum Essen gekauft hat, wurde es einfach geklaut. Genauso wie sein Fernseher.
Dig this: er ging kurz aus seinem Zimmer um in der Küche ein Glas Wasser zu holen (dazu musste er um ein zwei Ecken), ging wieder zurück und der Fernseher war weg. Auf den Bändern der Überwachungskameras an den Eingängen: nichts zu sehen. das Gerät muss also im Haus sein.

Um es kurz zu machen: das Teil ist nie wieder aufgetaucht.

Demnächst: "Horny Little Devil", "Wie man trotzdem Schlafen kann", "Wie man trotzdem Duschen kann", "The Basement" und schliesslich, um das Thema Hardman House abzuschliessen: "FIRE"!

Mittwoch, 23. März 2005

Liverpool Stories 05

Welcome back, folks.
Come gather around me, and I'll tell you a tale...
Zunächst: Mitbewohner im studentischen Wohnheim "Hardman House" auf Hardman Street in Liverpool.

Da wären erstens: P
Keine Ahnung mehr, wie der Typ richtig heißt, aber der kleine Kerl studierte seit Jahren irgendwas abstruses und wohnte auch seit Jahren in diesem Hardman House. Vielleicht ist er da geboren worden und lebt da immer noch, wer weiß es schon. Abgesehen von seiner Marotte mich "Tommy Hilfigger" zu nennen war er eigentlich ganz ok.

Zweitens: Greasy Greek
Nein, kein Anfall von Ausländerhass sondern lediglich eine treffende Personenbeschreibung. Der schleimige Typ aus Griechenland halt.Mehr Informationen gab es über den Typen nicht, ausser dass er gerne bis oben hin voll mit Drogen im Aufenthaltsraum auf dem Teppich spukte und generell einfach eine Drecksau war, der die Gefriertruhen des gesamten Wohnheims mit der Heilsarmee verwechselte. Kommunikation mit diesem Typen war nicht möglich. Nur "P", der zum Inventar gehörende Dauerstudent hat sich mal mit ihm gestritten. GG: You fuckin' prick!
P: Don't call me a prick! You don't even know what a prick is! Tell me, what is a prick?
GG: I don't know, I don't care but you are a fuckin' prick!


Mehr zu meinen Mitbewohnern später (Horny Little Devil, the weird guy mit dem schimmligen Käse .... hach.)

Dienstag, 8. März 2005

Liverpool Stories 04

Ich habe es angekündigt: „Schnauze da draußen, ihr verwichsten Stundenten oder ich brech Euch die Beine!“
Ebenfalls erwähnt habe ich die örtliche Nähe meines Studentenzimmers zu Küche und Aufenthaltsraum. Um das ganze etwas zu verdeutlichen, habe ich einen kleinen, nicht maßstabsgetreuen Grundriss aufgezeichnet:
harmdanhouse

Links unten also mein Zimmer. Dass man in so einem Studentenwohnheim mit Lärm rechnen muss, ist klar. Dass nachts um 4.00 Uhr Leute anfangen Fisch zu braten ist auch nachvollziehbar. Aber: die Tür zur Küche ist eine doppelflüglige Schwingtür, wie in einem Saloon im Wilden Westen. Diese Schwingtür schwingt aber nur bedingt. Genauer gesagt: jedes Mal wenn sie zufällt, knallen die beiden Hälften aufeinander.

Das kann ganz schön nervenaufreibend sein, wenn das pro Nacht ca. 40 Mal passiert. Denn dummerweise gebrauchten meine lieben Mitbewohner den Gang rund um den Aufenthaltsraum und durch die Küchen als Spielwiese, um sich gegenseitig zu jagen und solche Späße.

Da kann man so oft rausgehen wie man will, wenn man nicht genug aggressives Potential hat um wirklich mal einem von diesen Chaoten die Fresse zu polieren, muss man zu anderen Mitteln greifen: ein Fahrradschloss.

Damit kann man bequem beide Flügel der Tür zusammenketten. Dann muss man nur noch ca. 20 Minuten an der Tür geklopfe mit dem gejammere: „Ey mate, this is a fire door, it needs to be open.“ ertragen, auf das man lapidar antwortet: “Use the other entrance, you schmuck!“ Von innen einen Schuh gegen die Türe pfeffern ist fast so gut wie die Türe aufreißen, dem Idioten eine reinzuhauen und die Tür wieder zuzumachen. Und man muss nicht aufstehen.

Dazu kommt, dass die Feuermelder in Laden so verdammt empfindlich waren. Das Ergebnis: Feueralarm 3 drei mal pro Nacht wegen mitternächtlichen Kochversuchen von einem Haufen unfähiger Studenten, die das erste mal von Mami weg sind und einfach nicht mit so einem komplizierten Gerät wie einem Herd oder Toaster umgehen können.

Was es mit den anderen Zimmern so auf sich hat, woher der „Greasy Greek“ seinen Namen hat und warum es einem das Leben retten kann, wenn man in Klamotten schläft erzähle ich nächstes mal.

Donnerstag, 3. März 2005

Liverpool Stories 03

Mein Entschluss, am nächsten Tag direkt wieder nach Deutschland zurück zu fahren hatte folgenden Grund: dort wo ich gewohnt habe, will man sein Auto garantiert nicht abstellen. Außer man will es los werden.

Also das Zimmer schön verschlossen, Verpflegung ins Auto und ab auf die Autobahn. Diesmal sind wir dann in Frankreich ebenfalls Autobahn gefahren und haben uns nach der Fähre sowohl mit Fahren und Schlafen, als auch mit Biertrinken abgelöst. Eine sehr entspannende Fahrt. In Deutschland angekommen, habe ich mir dann einen Flug zurück gebucht. Äh, ja. Schön umständlich, aber was soll’s.

Lasst mich von meinem Zimmer berichten. Ich sagte bereits: die Küche war direkt nebenan, der Aufenthaltsraum ebenfalls. Zwei böse Fehler. Ich glaube, damit sind wir auf dem Stand.

But there is more: Das Fenster. Wie zuvor erwähnt ging das Fenster auf eine Hauswand. Es war im oberen Drittel der Wand angebracht, die Unterkante also direkt auf Augenhöhe und man konnte es nicht öffnen. Nicht, dass man das Bedürfnis gehabt hätte (zum Thema „Temperatur“ später mehr), es bestand einfach nicht die Notwendigkeit. Denn im Prinzip war dieses Fenster immer offen. Es war zweigeteilt. Auf der linken Seite befand sich am oberen Ende (also in ca. 2,5 Meter Höhe) ein kreisrundes Loch, in das eine Ventilator-Attrappe eingelassen war. Im Endeffekt einfach ein Loch mit ca. 15cm Durchmesser. Auf der rechten Seite ging das Glas schlicht nicht bis ganz oben an den Rahmen. Ist ja nicht so schlimm, weil ich hatte ja einen Heizkörper im Zimmer. Zentralheizung! Yeah!

Das Problem mit der Zentralheizung war folgendes: sie war nur ca. 4 Stunden am Tag angeschaltet. Morgens kurz nachdem ich aus dem Haus ging und Abends ca. 3 Stunden bevor ich nach Hause kam. Sie war also einfach immer aus. Zudem hatten die lieben Engländer das Wort „Zentralheizung“ zu ernst genommen: der Heizkörper wurde einfach nur innen warm, strahlte aber keine Hitze Wärme ab.

Warmwasser? Lasst mich nur sagen, dass das warme Wasser parallel zur Heizung funktionierte.

Ich hab’s angekündigt: die Temperatur. Liverpool ist nicht Hawaii, lasst Euch das gesagt sein. Ich liebe Wetter, Wind und Regen aber gegen Kälte habe ich vor allem dann eine Abneigung, wenn sie Nachts in meinem Zimmer auftritt. Mit einer nicht funktionierenden Heizung und einem permanent offenen Fenster kauft man sich halt einen Heizstrahler. Strom ist ja im Preis mit drin. Und wundert sich dann, dass es trotzdem nicht warm wird. Vielleicht hätte ich vor meinem Einzug versuchen sollen, einen Nagel in die Außenwand zu schlagen. Oder mich mal dagegen lehnen. Dran klopfen hätte gereicht.

Aber wie soll man wissen, dass die Engländer Außenwände aus 3mm Sperrholz bauen? Kein Wunder, dass nicht mal der Heizlüfter die Kälte vertreiben konnte. Passend zu diesem Thema gab es keine 500 Meter von meiner Bude weg eine Werbung für Goretex Jacken:
„If global warming is everywhere, why is it so fucking cold in my flat?“
Ich schlief im Winter also komplett angezogen, mit drei Decken. Warum mir das quasi beinahe mal das Leben gerettet hätte, erzähle ich Euch nächstes Mal, wenn es wieder heißt: „Schnauze ihr verwichsten Studenten oder ich komm raus und brech’ Euch die Beine!“

Freitag, 25. Februar 2005

Liverpool Stories 02

Nachdem ich gestern feststellen durfte, dass es auch in Stuttgart Kneipen gibt, in die man sich Pizza bestellen darf, heute streng verkatert der zweite Teil der Liverpool Stories.

Es hätte mir von vornherein spanisch vorkommen müssen, dass ich innerhalb von einer halben Stunde ein bezahlbares Studentenzimmer mitten in der Liverpooler Innenstadt (Hardman Street) bekommen habe. Ich hätte wissen müssen, dass da irgendwo ein Haken ist. Ich fand allerdings erst später raus, wo der Hund begraben lag, und auch warum es genau so gerochen hat, wie begrabener Hund. Doch dazu später mehr.

Ich also in mein neues Zimmer eingezogen, Bett, Waschbecken, Schrank, Fenster auf eine Hauswand. Die Küche gleich nebenan (böser Fehler), das Aufenthaltszimmer gleich nebenan (zweiter böser Fehler), die Uni in Laufweite (ca. 500m).

Zur Uni sind wir auch gleich geschlappt. Gleich mal gelernt dass man da nicht zum Haupteingang, sondern zum Hintereingang reingeht. Und dort als erstes an der Türe folgendes Schild gesehen:
No alcoholic beverages to be taken beyond this point.
Aber: Das Schild war innen angebracht, was die Bedeutung des Schildes doch gleich verändert. Den Grund für das Schild haben wir auch bald gefunden, und zwar im Erdgeschoss der Uni: eine Bar. Keine Pseudo-Bar, sondern eine richtige Kneipe, ab 15.00 geöffnet mit allem was das Herz eines jeden Alkoholikers, Musikers oder Profs begehrt. Sogar Liebfraumilch vom Fass. Uuuuuuah!

Vielleicht noch ein paar Worte zum Frühstück: immer gerne anpassungsfähig, was ausländische Kulturen angeht, sind Stefan und ich in "Fonze's Bar" gewesen. Ein Mini-Laden mit lecker englischen Frühstück. Was habe ich gelernt: auf Black Pudding kann man getrost verzichten.

Soviel für heute. Schalten Sie auch morgen wieder ein wenn es heißt: Verdammte Scheiße, haltet die Schnauze da draußen Ihr verwixten Drecksstudenten oder ich brech euch die Beine!

Mittwoch, 23. Februar 2005

Liverpool Stories 01

1998 war’s, August um genau zu sein, als ich mit Stefan in meinem kleinen, bis obenhin vollgepackten Corsa quer durch Frankreich (wie blöd muss man sein? Aber lustig war’s.) nach Liverpool zu fahren, um dort ein dreijähriges Studium anzutreten.

Kapitel 1: Theo, wir fahrn nach L’pool

Nur das wichtigste der Hinfahrt: Kurz hinter der französischen Grenze denke ich mir, so im Aufwachen: mal sehen wie der gute Stefan so fährt. Ich also die Augen aufgemacht und festgestellt: Ich fahre! Auf der Überholspur! Verdammt. Adrenalin kickt besser als Koffein, aber wir haben dann doch getauscht.

Wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, passieren einem manchmal lustige Dinge. Zum Beispiel wenn eine ältere Französin hinter einem fährt. DICHT hinter einem fährt. Also, überaus dicht. Wir haben uns die Zeit damit vertrieben, Ihr zu zeigen, was alles im Auto war. Also nur die Sachen, die wir einigermaßen Gefahrlos aus dem Fenster halten konnten.

In Dover angekommen haben wir uns spontan entschlossen, erst mal einen Pub auszuprobieren, und dort in 30 Minuten festgestellt, dass drei englische Biersorten nichts taugen und uns dann auf die Vordersitze zum Pennen gelegt. In den nächsten drei Jahren hab ich dann weiterhin festgestellt, dass so gut wie alle englischen Biersorten nichts taugen. Naja.

Sonst ist nix interessantes passiert. Stay tuned for the next chapter.
logo

Tombo tippt wieder.

Wem das nicht passt, der kauft es halt eine Nummer größer.

Jetzt Neu:

Mein Buch: Somebody told...
Nach 15 Jahren habe ich mich tatsächlich dazu...
tombo - 1. Jul, 06:59
Die Kunst und ich.
Ich war die Tage auf art basel, inklusive Liste, Scope...
tombo - 8. Jun, 08:12
Jesus kommt mit Verspätung.
Leider muss der Start meines "Jesus-Projekt" um eine...
tombo - 27. Mrz, 17:05

Suche

 

Drin?

Du bist nicht angemeldet.